Schutzgebiete

Fast der gesamte Landkreis ist Bestandteil der Biodiversität - HotSpot - Region 4 "Ammer-Loisach-Hügelland und Lech-Vorberge". Damit gehören wir zu den 30 wichtigsten Zentren der Artenvielfalt in der Bundesrepublik.

Das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hat bereits seit 1985 für jeden Landkreis in Bayern ein Naturschutz-Programm veröffentlicht, in dem alle für den Arten- und Biotopschutz erforderlichen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege beschrieben sind. Für den Landkreis Weilheim-Schongau wurde dieses sogenannte Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern im Jahr 1997 erstellt. Folgende Angaben sind hieraus entnommen:

"In seiner Ausstattung an wertvollen Lebensräumen und Landschaften nimmt der Landkreis WM-SOG bayernweit eine Spitzenstellung ein. Für alle Flächen, die als überregional oder landesweit bedeutsam eingestuft wurden, ist eine naturschutzrechtliche Sicherung in Betracht zu ziehen."

Aus dieser Begründung heraus wird vorgeschlagen

  • die Ausweisung bzw. Erweiterung von 7 größeren Naturschutzgebieten (Tab. 43, Kap. 5.2, S.2)
  • die Ausweisung von 487 (!) weiteren Schutzgebieten bzw. Teilflächen der größeren Schutzgebiete (Tab. 44, Kap. 5.2, S. 2-18)

Als Resümee der vergangen 5 Jahre wäre festzustellen, dass aus diesen beiden Listen 2 Vorschläge nahe Pähl zur Ausweisung als ein Landschaftsbestandteil aufgegriffen wurden und gerade in Bearbeitung sind.

-mehr nicht -

Mit dieser Feststellung sollen nicht die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörden angegriffen werden, sondern vielmehr die rigide Personalpolitik des Bayerischen Staates im Bereich Naturschutz, der selbst nicht das Personal für die Umsetzung seiner eigenen Vorgaben stellt. Der Erfordernis der Überarbeitung und Aktualisierung der Altverordnungen wird hier noch gar nicht mit berücksichtigt.

Die Ausweisung von alten Bäumen als Naturdenkmäler erfolgte hauptsächlich in den 1930er-40er Jahren, danach fanden kaum noch Unterschutzstellungen statt. Erst in den vergangen 5 Jahren unter Landrat Zeller wurden 2 neue Naturdenkmäler (Lindengruppe bei St. Andrä + eine Flatterulme in Schongau) ausgewiesen. In Anbetracht des unglaublich hochwertigen Bestandes an Altbäumen mit entsprechenden Lebensräumen europaweit gefährdeter Arten (und damit gesetzlichem Schutz) in unserem Landkreis (Bernrieder Park mit Eichenhain, Höhenrieder Park mit Eichenallee, Uralteichen Gemeindegebiet Bernried...) muss hier noch viel geschehen. Es gibt noch nicht einmal eine Aufstellung der Standorte potentieller Methusalembäume.

Eine Ausweisung von weiteren Schutzgebieten muss auch deshalb erfolgen, weil dadurch staatliche Fördermittel zum Erhalt gesichert werden können. Ob hierfür die genannten knapp 500 Vorschläge realisiert werden müssen, möge den Fachleuten überlassen werden. Für die Etablierung eines Biotopverbundes mit entsprechenden Verbindungskorridoren in Zeiten fortschreitenden Klimawandels sowie die Stärkung großräumiger Biotopflächen, die angekauft werden müssen, ist eine Ausweisung als Schutzgebiet unabdingbar.

 

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