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Entwicklung einer "Lebensinsel" am Gemeinschaftsgarten in der Fischaberstraße

In Penzberg gibt es seit dem Jahr 2022 auf einer Fläche der Stadt (Fischhaberstraße) einen Gemeinschaftsgarten, auf dem Hochbeete errichtet wurden, um den Menschen, die keinen Garten haben, die Möglichkeit zu bieten, ökologisch und saisonal Gemüse, Salat etc. anzubauen. Außerdem soll das Projekt das soziale Miteinander fördern.
Die Ortsgruppe des BUND Naturschutz hat das Projekt von Anfang an begleitet. Im Herbst 2022 wurden in einer großen Gemeinschaftsaktion zunächst heimische Wildsträucher als Abschirmung zur Straße hin gepflanzt. Außerdem sollen die Bewohner Penzbergs dazu angeregt werden, in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon ein kleines Paradies der Artenvielfalt zu schaffen. Siehe Bilder zur Pflanzaktion.
Im März/April 23 wurden die noch kleinen Sträucher durch attraktive Geißkleearten, Färber-Ginster und Mannsblut ergänzt, alles Arten, die unsere Insekten anlocken. Unter den Sträuchern wurden bunte, heimische Wildblumen eingesät.

Entwicklung der eigentlichen "Lebensinsel"
Im März/April 23 wurde auf dem Gelände des Gemeinschaftsgartens von BN-Aktiven gemeinsam mit der Naturgärtnerin Ingrid Völker die Fläche für die "Lebensinsel" vorbereitet: Abtragen von Grassoden, Heranschaffen von Kies und Sand zum Abmagern des Bodens, Einbringen von Kompost, Einsaat mit Schmetterlings- und Wildbienensamen, Anlegen von Totholz- und Steinhaufen für Insekten und Kleintiere (wie Eidechsen, Kröten und Igel) und eine Vogel- und Insektentränke. Mehrere schweißtreibende Arbeitseinsätze waren dafür notwendig. Nun heißt es bei großer Trockenheit regelmäßig gießen. Einige zarte Blumenspitzen schauen schon aus der Erde. Und die eine oder andere Königskerze blüht schon.

Die Zukunft des Projekts:
Das Projekt muss auch in Zukunft betreut werden: Mahd der Fläche spätestens im nächsten Frühjahr, Unkrautbeseitigung, Ersatz für eventuellen Ausfall von Pflanzen.
Das Projekt soll ein Beispiel geben für die Anlage eines naturnahen Gartens oder eines Teils des Gartens oder Balkons zu Hause. Da das Gelände öffentlich zugänglich ist, kann sich jeder inspirieren lassen.

Gestaltung eines Lebensturms

Schließlich wurde noch ein sog. Lebensturm in Angriff genommen. Dieser bietet verdichteten Wohnraum auf mehreren Etagen: vom Igelunterschlupf am Boden über morsches Holz für Käfer, Spinnen, Flor- und Schwebfliegen, Marienkäfer, Ohrwurm und Schlupfwespe sowie angebohrte Nistblöcke für Wildbienen bis zu Fledermaus- und Vogelnistkästen ganz oben. Da in unseren aufgeräumten Gärten viele Lebensräume verloren gegangen sind, ist dies ein kleiner Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.