Zauneidechse, Gelbbauchunke & Waffenfliege: Begehung der Roche-Ausgleichsflächen am 12.08.2026



Bei hochsommerlichen Temperaturen luden Georg Sindlhauser (Standortleiter von Roche in Penzberg) und Harald Bolten (Areal Manager bei Roche in Penzberg) die Ortsgruppe des BUND Naturschutz zur gemeinsamen Begehung der Ausgleichsflächen im Bereich der Norderweiterung ein. Unter der fachkundigen Führung von Frau Hess und Herrn Franzen (Büro H2) erhielten die Mitglieder einen detaillierten Einblick in den aktuellen Zustand der Biotope und die anstehenden Pflegemaßnahmen.
Das Fazit des Tages: Die Flächen entwickeln sich dynamisch – mit erfreulichen Erfolgen, aber auch konkretem Handlungsbedarf.
Ausgleichsfläche West: Ein Paradies für Zauneidechsen Die geschaffenen Habitate im Westen werden von den Zauneidechsen hervorragend angenommen. Hier reichen künftig kleine, gezielte Anpassungen: Dauerhafte Randbereiche um Sträucher werden ausgepflockt und künftig von der Mahd ausgespart, um den Reptilien stets ausreichend Deckung zu bieten.
Gelbbauchunken: Erfolg im Süden, Nachbesserung im Norden Unterschiedlicher präsentiert sich die Situation bei den Gewässern für die Gelbbauchunke:
Südteil: Die Tümpel befinden sich in einem sehr guten Zustand und führten selbst während der langanhaltenden Trockenzeit verlässlich Wasser.
Nordteil: Hier trocknen die Gewässer zu schnell aus, zudem lässt die starke Schilfsukzession den Lebensraum zuwachsen.
Einige wegnahe Gewässer haben ihre Wasserhaltefähigkeit komplett verloren.
Die Gegenmaßnahmen: Das Schilf wurde bereits gemäht. Im Herbst folgt die Entnahme der Vegetationsmatte sowie das Vertiefen und Nachverdichten der Sohlen.
Ausgleichsfläche Ost: Von Unken-Hotspots bis Schwergewicht-Einsatz
Auch auf der östlichen Fläche zeigte sich ein gemischtes Bild. Neben völlig ausgetrockneten oder verschlammten Bereichen gab es echte Highlights: In den intakten Gewässern
konnte eine große Anzahl von Gelbbauchunken beobachtet werden. Ein besonderer Hingucker war die hohe Dichte an Waffenfliegen-Larven, die anhand ihres
charakteristischen Hakenkranzes um die Atemlöcher leicht zu identifizieren waren.
Damit der Lebensraum intakt bleibt, greift Roche im Herbst und Winter durch: Vegetationssoden werden entnommen, Böden nachverdichtet und mit schwerem Gerät neue Vertiefungen geschaffen sowie Gräben geräumt.
Blick nach vorn: Starke Partnerschaft für den Naturschutz
Zum Abschluss unterstrich Georg Sindlhauser den Wunsch nach einer weiterhin engen Kooperation.
Die regelmäßigen Begehungen sollen fortgeführt und die Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutz auch auf weitere wichtige Umweltthemen wie Lichtverschmutzung und Wasserverbrauch ausgeweitet werden.
Neue Quartiere für Penzbergs leise Jäger: 20 Fledermauskästen erfolgreich angebracht
Manchmal braucht Naturschutz nur den richtigen Impuls: 20 ungenutzte Fledermauskästen schlummerten bis vor Kurzem im Lager des Penzberger Bauhofs.
Bauhofleiter Michael Nitsch zögerte nicht lange und gab den Anstoß.
In enger Abstimmung mit Baumpflegerin Anita Suttner und Karin Mende (Stadt Penzberg, Abteilung 3) übernahm die BUND Naturschutz Ortsgruppe die Regie und brachte die Kästen Anfang August fachgerecht im Stadtgebiet an.
Wo die neuen Holzquartiere hängen:
- Gut Hub: Nordseite des Gebäudes.
- Kirnberger See: Allee am Fußweg entlang Campingplatz.
- Vordermeir: An geeigneten Bäumen am Gemeinschaftsgarten.
Wichtiger Baustein für die Artenvielfalt Ob Zwergfledermaus, Wasserfledermaus oder Großer Abendsegler – sie alle sind in Penzberg zu Hause.
Bisher gibt es noch keine flächige Kartierung der Bestände im gesamten Stadtgebiet – umso wichtiger sind solche gezielten Nist- und Überwinterungsangebote, um den Bestand langfristig zu stützen.
Begeisterte Reaktionen vor Ort Die Aktion blieb nicht unbemerkt: Mehr als 20 interessierte Spaziergänger und Gäste des Campingplatzes suchten das Gespräch mit den Aktiven, stellten Fragen und äußerten sich durchweg begeistert über den Einsatz für die nächtlichen Insektenjäger.
Vorzeigeprojekt für gelungenen Umweltschutz. Dass aus einem Lagerfund so schnell konkreter Artenschutz wurde, ist der unkomplizierten, effektiven und gewinnbringenden Zusammenarbeit zwischen Bauhof, Stadtverwaltung und BUND Naturschutz zu verdanken. Ein starkes Zeichen für Penzberg!
Hinweis für Fledermaus-Fans: Für den Herbst ist eventuell eine gemeinsame Fledermaus-Führung geplant.
Den genauen Termin geben wir rechtzeitig hier auf der Website bekannt!

Pressemitteilung zum Schutz der Igel am 26.4.2026
Gemeinsame Erklärung
Zum Schutz des Igels und anderer Kleintiere:
Aufruf zum Verzicht auf nächtlichen Einsatz von Mährobotern
Vier Penzberger Vereine rufen in einer gemeinsamen Erklärung alle Gartenbesitzer dazu auf, nachts und in der Dämmerung auf den Einsatz von Mährobotern zu verzichten.
Mähroboter stellen für den nachtaktiven Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien wie Blindschleichen, Frösche, Kröten und andere Kleintiere, vor allem in der Dämmerung und in der Nacht eine große Gefahr dar. Entgegen den Angaben der Hersteller erkennen die Geräte die Tiere nicht zuverlässig und stoppen deshalb nicht. Igel rollen sich vor der Gefahr oft instinktiv ein und können schwere oder sogar tödliche Verletzungen davontragen. Die scharfen, rotierenden Klingen können auch bei leichten Schnittverletzungen zu schlimmen Infektionen führen. Die Tiere sterben dann unbemerkt im Gebüsch.
Viele Gartenbesitzer sind sich dieser Gefahren nicht bewusst. Mähroboter sollten nie ganz ohne Aufsicht eingesetzt werden. Auf den Einsatz des Mähroboters eine Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang sollte verzichtet werden.
Mehrere Städte in Deutschland haben bereits entsprechende Beschränkungen erlassen. Vor kurzem haben der Deutsche Städtetag sowie viele Natur- und Tierschutzverbände in Deutschland ein bundesweites Nachtfahrverbot gefordert. Aber auch ohne explizites Verbot sollte jeder Gartenbesitzer den Mähroboter verantwortungsvoll einsetzen.
Die Bestände des Igels in Deutschland sind inzwischen stark rückläufig. In Bayern ist der Bestand so stark zurückgegangen, dass er als gefährdet gilt. Als Ursachen gelten der Verlust von Lebensraum, Nahrungsmangel aufgrund des Rückgangs von Insekten, der Straßenverkehr und eben auch Mähroboter.
Bund Naturschutz – Ortsgruppe Penzberg e.V.
Tierschutzverein Penzberg e.V.
Eigenheimer- und Siedlervereinigung Penzberg e.V.
Ortsgruppe Penzberg des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz e.V.



Vortrag "Die Dunkle Seite des Lichts"
In diesem kurzweiligen Vortrag mit Live - Lichtdemonstration geht es um die negativen Folgen immer hellerer Nächte für Menschen, Tiere und Pflanzen
– verursacht durch Straßen-, Werbe-, Privat- und Gartenbeleuchtung. Vor allem aber geht es um Lösungen, wie derartige Beleuchtungen umwelt- und
nachtschonend umgesetzt werden können, ohne dass auf Komfort oder Sicherheit verzichtet werden muss. Im Gegenteil: es ergeben sich sogar viele Vorteile!
Präsentieren und anhand vieler Praxisbeispiele erläutern wird alles der Physiker Manuel Philipp, doppelter Umweltpreisträger und Geschäftsführer der
gemeinnützigen Organisation „Paten der Nacht“, deren Ziel die Eindämmung der Lichtverschmutzung ist. Zudem stellt der Lichtverschmutzungs-Experte einige Mitmach-Projekte vor.

Radiopodcast zum Amphibienschutz in "Zeit fürs Oberland" am Di, 17.3., 19 - 20 Uhr, auf Radio Oberland
Radio Oberland berichtet kommenden Dienstag, 19 - 20 Uhr, im Podcast "Aktionstag Amphibienschutz" über unsere konkreten Erfahrungen am Zaun, die langfristigen Entwicklungen und Rahmenbedingungen.
Wir hoffen, dass sich viele Aktive in unseren Erfahrungsberichten wiederfinden und manch Interessierte/r sich motiviert fühlt mitzumachen.
Naturkundliche Wanderung durchs Biberrevier der Loisach und zur Vogelbeobachtungsstation Moosmühle
Der angekündigte - und wegen Regen ausgefallene Termin wird auf den 22.3.2026 verschoben.
Die BUND Ortsgruppe Penzberg lädt herzlich ein zu einer Naturkundlichen Wanderung durchs Biberrevier der Loisach und zur Vogelbeobachtungsstation Moosmühle.
Treffpunkt: 22.03.2026 um 9 Uhr am Parkplatz beim Rewe. Von dort in Fahrgemeinschaft zum Loisachparkplatz an der B 472. Oder 9:15 Uhr am Parkplatz Loisachbrücke, falls jemand mit dem Fahrrad direkt dorthin kommen möchte.
Durchführender: Hans Knetsch
Gehzeit: max. 2 Stunden.
Gesamtzeit: ca. 3 Stunden.
Ausrüstung: Wetterangepasste Kleidung und Schuhe, Fernglas, wenn vorhanden.
Bei Regen fällt die Wanderung aus.


Bayerns wilde Moore
Multivisionsvortrag
Moore zählen zu den faszinierendsten und zugleich stark unterschätzten Lebensräumen Europas. Wasser, Moose und viel Zeit – diese drei Komponenten ermöglichen durch ihr fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel die Entstehung dieses vielfältigen Ökosystems. Moore speichern große Mengen Kohlenstoff, puffern Hochwasser, sichern die Wasserversorgung und bieten einer Vielzahl hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Doch diese uralten Landschaften sind stark bedroht – in Bayern sind nur noch wenige Prozent der ursprünglichen Moorflächen intakt.
Wir nehmen sie mit auf eine eindrucksvolle Reise durch das Moorland Bayern mit einmaligen, stimmungsvollen Aufnahmen von den artenreichen Niedermooren bis zu den geheimnisvollen Hochmooren und allen ihren hochspezialisierten Lebensformen. Im Fokus stehen aber auch die vielen Menschen, die unsere Streuwiesen bewirtschaften, Wiesenbrüter schützen und Moore renaturieren.
Vortragende Referenten: Niklas Banowski und Christopher Meyer
Dauer: ca. 75 Minuten
Fotografien von: Ulrike Eisenmann, Niklas Banowski, Christopher Meyer, Michael Neukum und Konrad Wothe
Konrakt: Christopher Meyer chiristopher.meyer@outlook.de
Mobil: 0152 54964096
Zum Vortrag gibt es auch einen Bildband „Bayerns wilde Moore“
im Tecklenborg Verlag Steinfurt ISBN 978-3-949076
Nächster Termin: 24.04.2026, 18:00h in Penzberg
Barbarasaal, Bahnhofstr, 35a
