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Amphibienwanderung

03.03.2021

Nicht nur wir Menschen erwarten sehnsüchtig den Frühling: Amphibien auf Wanderschaft

Mit den milden Temperaturen und ersten warmen Regenfällen werden Amphibien in großer Zahl vorwiegend in den frühen Abendstunden ihre Winterquartiere verlassen und auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern gehen. An mittlerweile 11 Straßenabschnitten im Landkreis Weilheim-Schongau werden in den kommenden Tagen Amphibienzäune aufgebaut, um Tausende Erdkröten, Gras- und Laubfrösche, Berg- und Teichmolche vor dem Straßentod zu retten.

Die Kreisgruppe Weilheim-Schongau des BUND Naturschutz hat zusammen mit den Straßenbauämtern auch heuer wieder Zäune mit einer Gesamtlänge von rund 7.500 m aufgestellt. Diese werden von zahlreichen freiwilligen HelferInnen bis in die späten Nachtstunden betreut. Im letzten Jahr konnten ca. 8.000 Tiere an damals 9 Strecken gerettet werden. Die Zäune stehen in Penzberg am Stocksee, am Riederer Weiher und in Maxkron. Weitere Sammelstrecken sind am Kaltwasserweiher zwischen Murnau und Habach, am Goppoltsrieder See zwischen Seeshaupt und Eberfing, am Haarsee bei Marnbach, am Zellsee bei Paterzell, an der Eyach bei Oberhausen, am Bismarckweiher bei Steingaden, am Schwaigsee bei Wildsteig und bei Peustelsau südlich Wildsteig.

Es wird darum gebeten, auf den Straßen in der Nähe von Wanderstrecken Geschwindigkeits-begrenzungen zu beachten, langsam und vorsichtig zu fahren. Die insgesamt etwa 80 ehrenamtlich tätigen HelferInnen sind mit Warnwesten und Taschenlampen weithin sichtbar.

Nicht nur Straßen sind eine Gefahr für die Amphibien. Denn unglücklicherweise fällt die Hauptwanderzeit der Tiere bei stärkeren Regenereignissen mit der Gülleausbringung und Wiesenpflege der Landwirte zusammen. Für die Tiere, die sich tagsüber in der Wiese vergraben haben, ist das Striegeln oder Walzen der sichere Tod. Gülle mit ihrer ätzenden Wirkung kann aufgrund der empfindlichen Amphibienhaut noch Tage nach der Ausbringung deren Gesundheit gefährden. Der BN bittet deshalb Landwirte, die Wiesenpflege und Gülleausbringung vor den Zäunen auf die Zeit nach der Hauptwanderung der Amphibien auf Ende März zu verschieben.

Wer beim Sammeln der geschützten Frösche, Kröten und Molche mithelfen möchte, melde sich bitte unter Tel. 0881 637375 oder bn.weilheim@t-online.de bei der Koordinationsstelle Amphibienwanderung der BUND Naturschutz Kreisgruppe.