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Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung

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Die Amphibien wandern wieder

Bei den aktuell frühlingshaften Temperaturen werden überall im Landkreis die Amphibienzäune aufgebaut. Unsere Kreisgruppe betreut neun Wanderstrecken wo jetzt an den Abenden unsere Helfer*innen die Tiere sicher über die Straßen bringen.

02.03.2026

Überall wo die Tiere in großer Zahl viel befahrene Straßen überqueren müssen, stellen wir Zäune auf und kontrollieren diese, mit wechselnden Helfer*innen, jeden Abend, um die Tiere sicher über die Straße zu bringen. Dies sind unsere Einsatzorte:

Zellsee - Paterzell
Schwaigsee - Wildsteig
Bismarck-Weiher - Steingaden
Dümpflweiher - zwischen Antdorf und Iffeldorf
Goppoldsrieder See / Eichendorfer Weiher - Eichendorf
Eyach - Oberhausen
Gumpenau / Haarsee - zwischen Weilheim und Seeshaupt
Kaltwasserweiher - zwischen Habach und Murnau
Lindnerweiher - Eberfing

Möchten Sie auch dabei sein - Naturerlebnis inklusive? Wir können noch Unterstützung brauchen. Bitte melden Sie sich unter bn.weilheim@t-online.de

Um sich zu vermehren, sind Amphibien auf Gewässer angewiesen, wo sie als Kaulquappen aus Laichballen und -Schnüren schlüpfen. Ihre ersten Lebenswochen atmen sie mit Kiemen und leben vollständig im Wasser. Erst im Sommer entwickeln sich Beine und Lungen und die immer noch winzigen Tiere können ihre ersten Hüpfer an Land tun. Auf den Wanderungen zwischen ihrem Landlebensraum und dem Laichgewässer legen sie oft mehrere Kilometer zurück. Dabei machen ihnen neben allerhand natürlichen Gefahren besonders Straßen und Gullys das Leben schwer. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Bestände schwinden auch in unserem Landkreis dramatisch. Wir sollten also handeln...

Leider können wir nicht überall sein und Gefährdungsstellen können sich verändern. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie an einer Straße wandernde oder gar überfahrene Amphibien in größerer Zahl beobachten. Oder wenn Amphibien im Bereich von ungesicherten Gullys oder Schächten unterwegs sind.

Schon einzelne Autos, beispielsweise auf Wirtschaftswegen und Zufahrten, können großen Schaden an einer Population anrichten. Bitte scheuen Sie sich nicht, selbst aktiv zu werden:

• Amphibien wandern in der Dunkelheit, besonders bei feuchter Witterung und Temperaturen > 5°C zwischen Ende Februar und Anfang April. In diesem Zeitraum oft nur an wenigen Tagen.
• Wenn in Ihrer Nähe bereits Frösche oder Kröten überfahren wurden, dann schauen Sie doch an solchen Abenden einfach mal dort vorbei.
• Tragen Sie die Tiere bitte von der Straße Richtung Gewässer. Ab Anfang April dann in die andere Richtung. Nehmen Sie gegebenenfalls Eimer, Taschenlampe und Handschuhe mit und tragen Sie zu Ihrer Sicherheit eine Warnweste.
• Vernetzen Sie sich mit Nachbarn und Freunden. Gemeinsam macht es noch mehr Spaß!

Amphibien auf Wanderschaft sind die einzigen Wildtiere, die wir aus nächster Nähe beobachten und hautnah erleben können, ohne sie dabei zu stören oder zu gefährden, indem wir ihnen auf diese Weise helfen. Haben Sie schon einmal die feingliedrigen Schwimmfüße eines Froschs betrachtet? Oder einer Kröte in die goldenen Augen geschaut? Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen...